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Roboterstaubsauger im Langzeittest: Neato Botvac Connected

Man ist arbeiten und wenn man nach Hause kommt, ist frisch gesaugt. Das versprechen intelligente Staubsaugerroboter. Einer von ihnen ist der Neato Botvac Connected, den ich nun schon seit über zwei Jahren nutze.

Als die ersten Staubsaugerroboter auf dem Markt kamen, war ich sehr skeptisch und habe der Technik nicht viel zugetraut. Als zu dumm und zu ineffizient habe ich sie abgestempelt. Denn die ersten Modelle sind noch wirr per Zufallsprinzip durch die Räume gefahren. Ein paar wenige Jährchen vergingen und mit intelligenter Raummesstechnik und Wifi hat die neue Generation meine Aufmerksamkeit erhalten. Und als es dann noch im lokalen Technikmarkt ein gutes Angebot für ein Vorführgerät von Neato gab, habe ich spontan zugegriffen. Das ist nun zwei Jahre her und wöchentlich kommt der Saubermann zum Einsatz.

Staubsaugerroboter von Neato

Ich sage immer Neato ist das was Apple im Computer- bzw. Smartphonemarkt ist. Design und Entwicklung aus USA, sehr gut durchdacht – jedoch ziemlich hochpreisig. Darüber hinaus bietet Neato einen guten und kulanten Support. Es war mir schon damals klar, dass ich keine Freude mit einem Billigsauger haben werde, sondern dass man schon etwas mehr investieren muss, um langfristig glücklich zu werden. Der Pionier auf dem Markt iRobot kam für mich nie in Frage. Allgemein schrecke ich vor Saugern zurück, die mit einer echten Kamera ausgestattet sind und meine gesamte Wohnung abfotografieren – wer weiß schon, ob die Aufnahmen wirklich sicher verwahrt werden?! Neato verfügt über einen Laser, der den Raum abtastet. Hacker können im Ernstfall also höchstens den Grundriss meiner Wohnung bekommen. Der lässt jedoch keine Rückschlüsse über das Interieur zu. Zudem ist das D-förmige Design wirklich sinnvoll. Dank extra breiten Saugrollen und zirkulierender Seitenbürste, kommt der kleine Neato sehr gut in die Ecken. Und im Vergleich zu den Mitbewerbern lässt sich der Staubauffangkasten mit nur einem Handgriff entnehmen.

Ist mit 10 cm sehr flach und passt unter die meisten Möbel

Staubsaugerroboter mit Wifi

Nun ist er also schon seit über zwei Jahren fleißig und regelmäßig am Saugen. Nach der ganzen Lobhudelei gibt es aber auch Kritik. Ich habe einen Kumpel, der ihn ebenfalls besitzt, sodass wir uns gut austauschen können. Wir beide haben festgestellt, dass die Rollen von diesem Modell ziemlich schnell und frühzeitig Krach produzieren. Wir sind uns nicht wirklich sicher, wie man das abstellen kann. Eine Entnahme und Reinigung ist nicht möglich. Mein Kumpel hat seinen eingeschickt und einen neuen bekommen. Ich schaue mir das noch ein Weilchen an aber bin sowieso nie zu Hause wenn er saugt und Krach macht.

Für meine Wohnung benötigt er ziemlich genau eine Stunde. Immer wenn ich das Haus verlasse, starte ich ihn per iOS-App und sobald er fertig ist, bekomme ich eine Benachrichtigung auf mein iPhone – inklusive Bild der gereinigten Fläche. Es erstaunt mich nach wie vor wie er durch mehrere Räume fährt und immer wieder vollautomatisch zur Ladestation zurück kehrt. Diesem Bereich sollte man ruhig ein wenig Platz geben, damit der Sauger Raum hat und sich orientieren kann.

Die Screenshots zeigen die zwei Reinigungsprofile, den gesaugten Bereich und die Statistik.

Obwohl er an sich sehr gewissenhaft und gründlich die Wege abfährt, fällt auf, dass er besonders schmutzige Bereiche nur ein bis maximal zweimal absaugt. Er merkt nicht, ob die Fläche wirklich sauber oder noch dreckig ist. Soweit ich weiß, ist iRobot hier intelligenter und erkennt unsaubere Untergründe. Glücklicherweise habe ich solche Härtefälle noch nicht gehabt. Ich denke dies ist auch eher ein Problem bei Teppichen da sich Fussel und Schmutzpartikel festsetzen. Und da ich zu 95% über Parkett verfüge, nimmt der Neato nahezu alles auf was er überfährt.

In der Animation sieht man wie der Sauger den Bereich systematisch abfährt aber nicht alles aufnimmt.

Das oben aufgeführte Saugbeispiel ist ein Extremfall, wo ich eine Handvoll Cornflakes auf dem Eingangsteppich ausgeschüttet und zertreten habe. Im Alltag habe ich nie so viel Dreck. Aber es zeigt trotzdem deutlich, wie der Neato den Bereich abfährt und ein paar Cornflakes zurücklässt.

Zu 99% lasse ich immer das ganze „Haus“ reinigen. Zusätzlich verfügt er aber noch über zwei weitere Modi. Man kann ihn manuell per App-Fernbedienung über den Boden fahren lassen. Fast wie bei einem RC-Auto, nur träger. Und wer nur mal eben einen kleinen Bereich von 2×2 oder 4×4 m säubern möchte, kann die „Bereich“-Option nutzen. Dann hebt man ihn an, setzt ihn bei der verunreinigten Stelle ab und startet die Bereichsreinigung. Die lässt sich direkt per Tastendruck am Sauger starten. Eines würde ich mir hier allerdings für die nahe Zukunft wünschen: Idealerweise soll der Sauger die Wohnung vermessen, sodass ich den Räumen einen Namen geben kann. Dann möchte ich Neato einfach nur noch ins „Schlafzimmer“ oder in die „Küche“ schicken und er fährt zielstrebig genau in diesen Raum und reinigt auch nur diesen. Dies ist gegenwärtig nicht möglich. Er kann immer nur die ganze Wohnung reinigen oder eben nur einen selektiven Bereich.

Die Ladestation ist versteckt in einer Schranknische. Vorhänge sind auf das Maß vom Neato gekürzt.

Wie lange hält der Akku vom Neato-Staubsauger?

Wie schon erwähnt, benötigt der Neato für meine 65 m2 Wohnung eine gute Stunde. Danach ist der leere Staubbehälter so gut wie voll. Einfach erstaunlich, was der kleine weg saugt. Das ist definitiv mehr, als ich mit einem herkömmlichen Sauger aufsaugen würde. Fairerweise muss ich erwähnen, dass ich meine Wohnung auf die Eigenheiten eines Staubsaugerroboters ausgelegt habe. Dazu gehört, dass Sofa und Regale ca. 12 cm Luft zum Boden haben und nirgends Strippen oder Kabel rumliegen, an denen er sich aufhängen könnte. So kommt er fast überall hin – auch unter die Möbel. Es ist wirklich ziemlich wichtig, dass keine Kleinteile rumliegen und vom Neato angesaugt werden. Denn wenn das passiert, bleibt er stecken und in kürzester Zeit ist der Akku leer. Also unbedingt darauf achten, dass keine Kleinteile wie zum Beispiel Socken rumliegen!

Fast alle Möbel habe ich auf hohen Füssen damit der Neato überall lang fahren kann.

Ich lasse den Neato übrigens immer unter Volllast (Turbo) saugen – also mit maximaler Leistung aber auch maximaler Lautstärke. Ich finde die Bezeichnung „Turbo“ etwas missverständlich. Turbo könnte als besonders schnell aber nicht sehr effektiv gedeutet werden – oder?! Auf alle fälle saugt er bei der Einstellung lauter und intensiver. Zeitlich ist er aber weder schneller noch langsamer als im Eco-Modus. Mit einer Akkuladung saugt er locker eine Stunde durch. Er musste noch nie unterbrechen weil der Akku zur Neige ging. Wenn das passiert, soll er angeblich zurück zur Station fahren, aufladen und automatisch wieder dort fortsetzen, wo er unterbrochen hat. Aber das konnte ich nie testen.

Bestimmte Bereiche vom Staubsaugen ausschließen

Ebenfalls nie getestet habe ich die Magnetbänder, die man auf den Boden kleben kann, um bestimmte Bereiche zu sperren. Dies ist für mich auch keine Option, da ich die Bänder einfach hässlich finde. Neato ist aber dran am Thema. Auf der IFA 2017 konnte ich einen Prototypen beobachten und testen, der durch virtuelle Räume und gegen virtuelle Wände (No-Go Lines) gefahren ist. Nachdem der Neato einen Raum gescannt hat, kann man in der App mit dem Finger Linien durch den Raum ziehen, die als Wand dienen. Der Sauger fährt dann tatsächlich bis zu dieser Linie und dreht dann um – klasse! Ich kann es kaum abwarten, bis es das Feature für mein Modell gibt. Leider hieß es aber, dass man dafür neue Hardware braucht – das ist natürlich reichlich ärgerlich. Ich hoffe, dass es Neato trotzdem noch irgendwie schafft, diese Funktion in die alten Roboter zu integrieren! Laut Neato Homepage unterstützt dieses Feature nur der neue Neato Botvac D7 Connected. Übrigens: Treppen stellen kein Problem dar. Sobald er am Abgrund steht, erkennt er diesen und stoppt bzw. kehrt um!

Neato No-Go Lines auf der IFA 2017 vorgestellt:

Neue Filter und Bürsten einfach nachkaufen

Neulich kam die Meldung auf, den Filter zu wechseln bzw. zu reinigen. Ich habe ihn einfach entnommen und mit einem Handsauger gereinigt. Dann wieder eingesetzt und damit war das Thema erledigt. Die Borsten machen auch noch einen guten Eindruck sodass ich der Meinung bin, dass die noch eine ganze Weile halten. Dies spricht ebenfalls für Neato. Und selbst wenn die Borsten richtig stark verschlissen sind, sind die Preise für das Zubehör absolut verträglich.

Geheimtipp: Ich habe meine Seitenbürste mit Sekundenkleber verstärkt. In den Borsten hat sich natürlich Staub und Dreck abgesetzt, der sich recht schwer entfernen ließ. Beim Entfernen sind mir einzelne Borsten ausgefallen. Damit das nicht mehr passiert, habe ich sie am Schafft mit Sekundenkleber fixiert. Dadurch wurden sie auch steifer und weniger anfällig. Ich bin der Meinung, dass sich das auch positiv auf die Reinigung auswirkt.

Pflegeanleitung Neato Botvac Connected

So ein Staubsaugerroboter ist wie ein kleines Auto. Ab und zu muss man den Zustand prüfen und ihn in die Waschanlage schicken. Ich pflege ihn wirklich sehr selten. Es setzt sich natürlich eine Staubschicht ab und durch die Berührung mit Schuhen, Wänden und Sockelleisten setzen sich auch sichtbare Spuren und Kratzer am Gehäuse ab. Aber das sind geringe kosmetische Mängel, die man größtenteils mit einem feuchten Schwamm beseitigen kann. Das nervigste Thema ist die große Bürste. Hier verfangen sich über die Zeit Haare. Und Haare mag kein Staubsaugerroboter. Irgendwann ist die Rolle so voll mit Haaren, dass der Neato seine Dienste verweigert bis man die Haare entfernt hat. Immerhin ist die Entnahme der Rolle sehr einfach. Und der mitgelieferte Kamm besitzt eine Klinge, womit man die umwickelten Haare rausschneiden kann. Das ist eine Arbeit von 5-10 Minuten. Danach hat man erstmal wieder Ruhe. In Haushalten mit langen Haaren wird das Thema sicherlich vermehrt aufkommen.

Um die Rolle zu entnehmen braucht man nur das geklickte Haltegitter mit einem Handgriff abnehmen. Die Rolle ist nur reingelegt. Man kann sie also einfach rausnehmen. Die Endstücke auf beiden Seiten kann man abziehen. Und dann kann man die Gummilippen und Borsten rausziehen. Die gesamte Rolle lässt sich also in ihre Einzelteile zerlegen und das finde ich richtig gut. So wird man nicht genötigt gleich eine neue Rolle zu kaufen sondern kann die vorhandene sehr gut reinigen. Nach der Prozedur ist sie auch so gut wie neu.

Firmware bei Neato Botvac Connected aktualisieren

Bis jetzt habe ich den Roboter einmal aktualisiert. Das ist relativ umständlich. Zunächst registriert man sich online bei Neato. Im Nutzerkonto kann man sich dann die Firmware runter laden. Hierfür braucht man also einen Computer. Denn die Firmware muss dann auf einen USB-Stick kopiert werden, den man sich besorgen muss. Dieser muss dann mit einem mitgelieferten USB-Adapter an den Neato gesteckt werden. Über das kleine Display wird dann das Update gestartet. Das geht sicherlich auch noch deutlich bequemer. Hier muss Neato nachbessern. Aber zum Glück kam das bis jetzt erst einmal vor. Ich weiß spontan gar nicht mehr, wo ich den Adapter habe…

Toller, smarter Staubsauger, den ich nicht mehr hergeben würde. Er ist jeden Euro wert und hält meinen Boden staubfrei. Es gibt für mich immer noch keine sinnvolle Alternative.

  • sehr flach
  • misst das Haus dank Botvision
  • sehr gründlich dank D-Form und Seitenbürste
  • einfache Schmutzentleerung
  • W-Lan mit App
  • zwei Saugstufen (Eco und Turbo)
  • drei Reinigungsmodi (Haus, Bereich, manuell)
  • Zeitpläne
  • guter Support
  • Firmwareupdates umständlich
  • Räder verschleißen zu schnell
  • Raumkarten nicht speicherbar
W-Lan
2,4 Ghz
Höhe
10 cm
Akku
Lithium-Ionen
Bedienungsanleitung
  • Roboter
  • Aufladestation
  • Kombibürste
  • Seitenbürste
  • Filter
  • Hindernismarker (Klebestreifen)
  • Reinigungswerkzeug

Kommentare

Luboš schreibt ():

Hallo, hab den Connected seit vier Jahren, bis jetzt hat er solide Arbeit geleistet, in einer 86 qm Wohnung ein- bis zweimal die Woche – ohne Teppiche oder Schwellen. Auf Kable muss man passen. Seit ein paar Wochen gibt er Dienst auf, bevor er an die Ladestation andockt und jetzt scheint er nicht den Akku zu laden. Sollte man bloß den Akku ersetzen oder ist da mehr los<

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