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tado° – die smarte Heizungssteuerung per App im Test

Passiv Geld sparen, indem die Heizung automatisch abgestellt wird, wenn man nicht zu Hause ist. Das klingt ja zu schön um wahr zu sein. Wie gut das im Detail funktioniert und worauf man achten sollte.

tado° – was bedeutet das eigentlich? Laut Selbstauskunft ist das Wort eine Eigenkreation mit japanischen Ursprüngen, was soviel bedeutet wie “Zuhause sein” bzw. “Zuhause ist es am schönsten”. Hierzulande macht das deutsche Unternehmen durch smarte Heizkörpersteuerung von sich reden. Als ich auf der Suche nach neuen smarten Thermostaten war, habe ich mich nicht nur wegen der deutschen Herkunft für tado° entschieden. Der Funktionsumfang ist hoch, die Verarbeitung gut und das Design ansehnlich. Zudem bietet tado° ein interessantes Vertriebsmodell: entweder man kauft die recht teuren Komponenten oder man mietet sie! Das habe ich so auch noch nicht erlebt.

tado° kaufen oder mieten?

Zu meinen Rahmenbedingungen: Ich bin kürzlich umgezogen und die neue Wohnung verfügt über eine Fußbodenheizung. Jeder Raum ist mit einem (billigen und hässlichen) Wandthermostat ausgestattet. Insgesamt benötige ich fünf neue. Dafür benötige ich also fünf smarte Thermostate und eine Bridge. Für diesen Umfang muss man schon einen hohen dreistelligen Betrag hinblättern. Das überlegt man sich schon sehr genau, ob es einem das wert ist. Angeblich sollen sich die Kosten innerhalb von 12 Monaten wieder amortisieren. tado° wirbt sogar mit einer “Geld zurück” Garantie. Das zeugt von Selbstbewusstsein.

Set besteht aus Starterkit und fünf smarten Thermostaten

Aber um Kosteneinsparung geht es mir nicht unbedingt. Denn erstens verfügt mein Wohnhaus über Außentemperaturfühler. Dadurch wird die Heizanlage automatisch reguliert und zweitens sind Fußbodenheizungen sehr träge. Das smarte Ein- und Ausschalten wirkt sich kaum aus. Ich habe es da eher auf die Bequemlichkeit, dem Design und die Funktionen abgezielt. Schließlich kann man mit den Thermostaten nicht nur die aktuelle Temperatur einstellen und auslesen. Man kann auch die Luftfeuchtigkeit messen. Aber dazu später mehr.

Smarte Thermostate von tado° installieren

Die Hardware wurde schnell geliefert und das Setup ist denkbar einfach. Ich habe die alten Geräte entfernt und die neuen angeschraubt. Wichtig ist, dass der Neutralleiter (blaues Kabel) auf einen unbesetzten Anschluss geschraubt wird. Ich habe ihn in die vierte Schraube geklemmt. Die anderen beiden Kabel müssen an erster und dritter Stelle. Welches wo rein gehört ist an sich egal, da es keine Polarität gibt.

Ganz wichtig: tado° legt recht großen Wert auf sachgerechte Montage. Dazu gehört natürlich auch dass man vorher die Sicherungen entfernt und man sich davon überzeugt, dass kein Strom mehr anliegt.

Ebenso ist es ratsam, diese Arbeiten von Fachpersonal ausführen zu lassen. Dies wird im Installationsprozess auch mehrfach angemerkt. Es liegen sogar Installationsheftchen bei, die nur für Monteure gedacht sind. Außerdem ist tado° behilflich, fachgerechtes Personal zu finden und stellt den Kontakt her.

Ich habe es ohne Monteur durchgeführt und mich aber sicherheitshalber beim tado°-Support per E-Mail erkundigt, wie die Kabel angeschlossen werden müssen. E-mailanfragen werden Mo-Fr nach ca. 24h beantwortet. Für meinen Geschmack könnte das ruhig flotter geschehen aber immerhin war die Antwort auf den Punkt, sodass keine weiteren Nachfragen aufkamen. Die Thermostate wirken recht hochwertig. Das mattweiße Kunststoff fühlt sich edel an. Das Gehäuse verfügt über eine einzige Taste mit gutem Druckpunkt, die sich unten rechts befindet und fast unsichtbar ist. Die Rückwand lässt sich per Magnetprinzip mit wenig Kraft abziehen. Ein Warnaufkleber verweist noch mal auf die Sicherheitsvorkehrungen und im Batteriefach befinden sich bereits drei AAA-Batterien, die durch die Entnahme vom Kunststoffnippel “scharf” geschaltet werden. Durch zwei Öffnungen in der Rückwand lässt sich das Thermostat einfach in die originalen Gewinde festschrauben. Was mir hierbei auffällt: es gibt nur die Möglichkeit, die Schrauben links/rechts einzuführen. Manchmal ist es aber vielleicht notwendig oben/unten einzuschrauben. Dafür gibt es keine Löcher. Das alte Thermostat hatte diese. Hat man also die Kabel verbunden, die Rückwand angeschraubt, die Batterien aktiviert und den Deckel wieder aufgesetzt, ist man mit der Montage fertig und widmet sich der Bridge.

Internet-Bridge von tado°

So einfach wird tado° eingerichtet

Die Bridge ist sehr klein und wird einfach an den Router per Ethernetkabel gesteckt. Strom erhält sie durch ein kleines USB-Netzteil. Die Bridge ist wortwörtlich die Brücke zwischen den tado°-Diensten und den Thermostaten in der Wohnung. Sie befindet sich im Starterkit und man benötigt diese zwangsläufig. Sobald sie mit Stromversorgt ist, folgt man der tado°-Installation unter https://www.tado.com/start . Für die Nutzung ist ein Benutzerkonto zwingend notwendig. Dieses Konto dient dann auch später für die smarten Funktionen basierend auf den “Home”-Adressdaten. In den dann folgenden Schritten wird genau erklärt, was man unternehmen muss. Es folgt außerdem eine genaue Abfrage der Heizungsanlage. In meinem Objekt weiß ich das nicht und es ist auch nicht relevant. Ich habe kein Haus und keine eigene Heizanlage. Daher kann dieser Befragungsschritt übersprungen werden.

Wo und wie werden meine Nutzerdaten bei tado° gesichert?

Die Daten werden in Deutschland auf den tado°-Servern gespeichert. Verwendet wird für die Kommunikation laut Hersteller zwischen der App und den Servern TLS 1.2 mit einem 2048-bit Extended Validation Certificate. Die tado°-Bridge selbst kommuniziert ebenfalls mit TLS 1.2 und sichert das mit elliptischen Kurven (256 Bit) ab. Auf 6LoWPAN-Ebene wird AES-COM verwendet. Wenn tado° alles richtig gemacht hat, dürfte ein Einbruch sehr schwer sein. Aber trotzdem sollte einem bewusst sein, dass es ohne tado°-Clouds keine smarte Heizungssteuerung gibt. Sämtliche Eingaben erfolgen immer über die tado°-Cloudserver. Fällt Internet mal aus, kann man die App nicht mehr nutzen. Wahrscheinlich hat tado° deswegen noch den direkten, manuellen Zugriff am Thermostat möglich gemacht – damit man im Worst-Case doch noch Zugriff hat, dann aber ohne App. Ich finde, diesen Aspekt könnte tado° deutlicher hervorheben.

Räume und Thermostate in tado°-App entfernen: So geht’s!

Sobald diese Ersteinrichtung erledigt ist, werden die einzelnen tado°-Komponenten zum Konto hinzugefügt. Bei den Thermostaten ist das sehr einfach. Wahlweise per Web- oder Smartphoneapp folgt man dem Assistenten, der einen dann auffordert, die Taste am Thermostat gedrückt zu halten bis ein “Kopplungssymbol” erscheint. Wenige Sekunden später wird das Gerät erkannt und kann einem Raum (intern als Zone bezeichnet) zugewiesen werden. Mir ist hierbei aufgefallen, dass man offenbar jedem Raum nur ein Thermostat zuweisen kann. Hierzu finde ich leider nirgends Informationen. Denn meine Küche und mein Wohnzimmer haben eigene Heizkreisläufe mit eigenem Thermostat. Es ist aber eine offene Küche und faktisch ein Raum. Daher hätte ich gerne beide Thermostat in einem Raum namens “Wohnzimmer” gelegt. Das wird aber beim zweiten Thermostat mit einem nichtsaussagenden Fehler quittiert. Nun gut, also bekommt die Küche doch ihren eigenen Raum – fürs Erste!

Merkwürdig: Korrekturen sind scheinbar nicht vorgesehen. Ich wollte einen Raum löschen bzw. ein Thermostat komplett aus dem Haushalt entfernen. Das geht nicht! Dafür muss man dem °tado-Support schreiben, der diese Aktionen dann durchführt. Das bedeutet also wieder 24h warten. Das kann eigentlich nur ein schlechter Scherz sein aber leider führt zum Testzeitpunkt kein Weg am Support vorbei.

Lautes Klicken bei tado°-Thermostat

Das Display ist bei Lichteinfall recht schwer ablesbar.

Die Installation ist nun abgeschlossen und man kann sich den smarten Funktionen zuwenden. Grundsätzlich sieht tado° vor, dass die Heizung am besten nur noch per App gesteuert wird. Denn die Thermostate zeigen standardmäßig nichts mehr an. Erst per Tastendruck erscheint die Ist-Temperatur im ansehnlichen Dotmatrix-Display. Darauf folgt eine Animation zur gewünschten Solltemperatur. Erst dann lässt sich die Temperatur per “Touch” im unteren Bereich vom Gehäuse hoch- bzw. runterstellen. Ich fände es besser, wenn man sofort und stets die Temperatur ohne Umwege einstellen kann. Irgendwie vermisse ich dann doch noch das alte Rädchen. Beim alten Thermostat hat mich das laute Klicken vom Bimetall-Stab gestört. Leider gibt es bei tado° auch ein lautes Klicken aber dafür seltener. Bei dem hohen Preis habe ich eigentlich auf eine dezente Lösung gehofft. Ich bin kein Techniker und habe im Detail keine Ahnung von den Prozessen aber aus Anwendersicht habe ich sehr viel Geld bezahlt und irgendwie muss es doch möglich sein, das laute Klicken zu isolieren oder zu umgehen?! Über Kommentare von versierten Lesern würde ich mich freuen! Rein theoretisch kann man die Thermostate also noch ohne App nutzen. Selbst wenn das Fenster geöffnet wird, erkennen die Geräte das bereits und zeigen ein Fenstersymbol auf dem Display. Da es sehr gering aufgelöst ist, gehört schon ein wenig Fantasie dazu, das Symbol als offenes Fenster zu verstehen. Dieser Fenstermodus bleibt dann auch mindestens 15 Minuten aktiv, selbst wenn man schon nach fünf Minuten das Fenster geschlossen hat. In der Zeit stellt tado° rein theoretisch die Heizung ab.

Smarten tado° Zeitplan einstellen

Über kurz oder lang führt also kein Weg an der App vorbei. In der App werden die Räume aufgelistet und neben der Temperatur lässt sich hier auch die Luftfeuchtigkeit ablesen. Das finde ich sehr cool und hilft sicherlich auch dem ein oder anderen beim Lüftungskonzept. Ist es bei mir eigentlich zu feucht? Über Feedback in den Kommentaren würde ich mich wieder freuen. Laut den Spezifikationen besitzen die Thermostate sogar einen Umgebungslichtsensor. Aber ich habe keine Ahnung wann der verwendet wird.

Wenn man die Temperatur übers Thermostat verstellt hat, erscheint der Raum mit einem grauen Hintergrund. Dies kennzeichnet die manuelle Steuerung. Sie lässt durch das runde “x” unten rechts in der App beenden. Dann wechselt der Hintergrund ins tado°-Orange. In den Fokus wird ein Symbol mit “Ich”-Kennzeichung gerückt. tado° schaut nun wo ich mich mit meinem Smartphone befinde. Verlasse ich den “Home”-Bereich, wird tado° die Heizung runterstellen.

Diese “intelligente” Steuerung lässt sich ziemlich genau in Zeitplänen definieren. Oben rechts in der Raumansicht gibt es ein Kalendersymbol. Hier kann man Tage und Zeiträume in Zeitblöcken anlegen, in welchen die Temperatur bestimmte Werte erreichen soll. Dies funktioniert an sich gut. Man kann sogar sagen, wann die gewünschte Temperatur erreicht sein soll: Wenn man zu Hause angekommen ist oder schon vorher. Der dafür notwendige “Home”-Bereich lässt sich in den Einstellungen unter “Ortsabhängige Steuerung” definieren. Es sind sehr große Umkreise einstellbar. tado° empfiehlt hier 400 m. Das sollte genügen, wenn man mit dem Hund mal eben Gassi geht, ohne dass gleich die Heizung runtergefahren wird.

Natürlich ist man sehr wahrscheinlich nicht die einzige Person im Haushalt. Unter der Einstellung “Personen” lassen sich weitere Familienmitglieder oder Kollegen anlegen. Jede Person wird mit Smartphone und App registriert und dient dann der smarten Heizungssteuerung. Wenn keine der Personen im definierten Umkreis anwesend ist, wird tado° die Heizung absenken.

Geld sparen beim Heizen

Nun wirbt tado° ja mit einer Energiespargarantie, die sogar das Geld erstattet, falls man in den ersten 12 Monaten keine Heizkosten durch das tado°-System einspart. Wie kann man das prüfen? Natürlich hilft hier ein Blick auf die Heizkostenabrechnung im Vergleich zum Vorjahr. Noch einfacher und übersichtlicher geht es aber mit dem Energiesparbericht, der sich in der tado°-App befindet. Hier kann man nach Vormonaten sortieren. Im Bericht wird dann genau aufgeschlüsselt wie und wo tado° Energie sparen konnte. Interessant: offenbar gibt es auch eine Berücksichtigung des Wetters. Viel Sonne bedeutet vermutlich hohes Einsparpotenzial. Davon gab es im Januar nicht wirklich viel. Trotzdem taucht es mit immerhin einer Stunde im Bericht auf. Ich finde den Bericht sehr interessant. Er zeigt auch die gemessene Luftfeuchtigkeit und ob sie im Durchschnitt im empfehlenswerten Rahmen liegt.

Der Energiesparbericht ist ansehnlich und schlüsselt das Energiesparpotenzial detailliert auf.

Heizung mit Sprachbefehlen steuern: Siri und Alexa machen es möglich

Als wenn das nicht schon genug wäre, kann man tado° sogar per Sprachbefehle steuern. Hierbei wird eigentlich alles geboten was “state of the art” ist. Siri, Alexa und Google Assistant sind zum Testzeitpunkt verfügbar. In meinem Haushalt gibt es bisher nur Apples Homekit mit Siri. Für die Einrichtung scannt man den Homekit-Code auf der Bridge mit der Homekit-App vom iPhone. Der Code wird automatisch erkannt und kurze Zeit später kann man Siri für Sprachkommandos nutzen. Nun fragt man sich aber welche Befehle es eigentlich gibt? Hierzu finde ich nichts offizielles. Durch Recherche habe ich aber diese Befehle gesammelt:

  • “Hey Siri, stelle das Badezimmer auf 23 Grad.”
  • “Hey Siri, schalte alle Thermostate an.”
  • “Hey Siri, schalte die Heizung aus.”
  • “Hey Siri, wie hoch ist die Temperatur im Schlafzimmer?”
  • “Hey Siri, wie warm ist es im Büro?”
  • “Hey Siri, wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit im Büro?”
  • “Hey Siri, aktiviere Szene Urlaub”

Das funktioniert im Grunde ganz gut. Allerdings ist die Selektion auf bestimmte Räume anscheinend (noch) nicht wirklich möglich. So werden Ansagen wie “Hey Siri, schalte die Heizung im Büro aus.” zwar von Siri sprachlich korrekt erfasst und quittiert aber in der tado°-App ist die Heizung dann überall aus.

In der alltäglichen Nutzung habe ich mich eigentlich prima an das Konzept gewöhnt. Hat man einmal seine Komforttemperatur gefunden und eingestellt, braucht man eigentlich nichts mehr unternehmen oder regulieren. Die Thermostate arbeiten intelligent und steuern die Heizung sehr gut.

Eine sehr einfache Installation und eine durchdachte Bedienung zeichnen tado° aus. Die Verarbeitung ist hochwertig und das lässt sich tado° auch entsprechend bezahlen.

  • einfache Installation
  • miet- oder kaufbar
  • 30-Tage Geld-zurück-Garantie
  • sehr gute Verarbeitung
  • großes Dotmatrix Display
  • neutrales Design
  • made in Germany
  • lautes Klicken vom Bimetall-Stab
  • kostspielig
Apple Homekit
Amazon Alexa
IFTTT
Google Assistant
Sensoren
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Umgebungslicht
LED Matrix Display
32 x 20 mm
Touchbedienung
Gehäusematerial
PC+ABS Kunststoff/ weiß, matt
Maße
104 x 104 x 17 mm
Gewicht
132 g
Lebenszeit
ca. 2 Jahre
Verschlüsserlung
TLS 1.2 (SSL), 2048-bit Extended Validation Certificate / TLS 1.2 (SSL), 256-bit mit elliptischen Kurven / AES-CCM AES-CCM Verschlüsselung
Bedienungsanleitung
  • Smartes Thermostat
  • Internet Bridge
  • USB-Kabel
  • Netzteil
  • Ethernetkabel
  • Befestigungsmaterial
  • 3 AAA Batterien
  • Montage- und Bedienungsanleitung

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